Kinotechnik
Ton
Die Anfänge des Tonfilms?    
Früher zu Stummfilmzeiten wurde noch Live-Musik im Kino gespielt und die Dialoge wurden in Texttafeln eingeblendet, bis 1927 mit "The Jazz Singer" der erste Tonfilm in die Kinos kam. Der Ton kam von einer Art Schallplatte, doch die Synchronisierung von Ton und Bild war damit nicht einfach. Also wurde nach einer Möglichkeit gesucht, den Ton mit auf den Filmstreifen zu bekommen. Und so wurde das Lichttonsystem erfunden, dass in vielen Kinos noch heute unverändert genutzt wird.

Durch die steigende Konkurrenz durch den heimischen Fernseher mussten sich die Kinomacher in den 50ern neue Ideen einfallen lassen. Unter anderem entwickelten sie das neue Bildformat CinemaScope und Mehrkanaltonverfahren, um Kino wieder zum besonderen Erlebnis werden zu lassen. Zu dieser Zeit entwickelte man das Magnettonverfahren. Auf den Seiten des Filmstreifens wurde ein Magnettonspur aufgebracht, auf der sich vier getrennte Kanäle unterbringen ließen. Drei von vorne [links, mitte, rechts] und ein vierter für den Zuschauerraum, der sogenannte Effektkanal.

Doch auch der Magnetton wurde bald wieder abgeschafft, da das Aufbringen der Magnettonspur sehr teuer ist und die Lebensdauer nur begrenzt. Dank der Entwicklung neuer Rauschunterdrückungsverfahren ging die Entwicklung dann wieder zurück zum Lichtton, doch jetzt mit zwei statt nur einer Lichttonspur. Dolby A war geboren.
Dolby Stereo    
Dolby Stereo oder Dolby A war das erste von der Firma Dolby entwickelte Mehrkanaltonverfahren. Es standen vier Tonkanäle zur Verfügung: Vorne links und vorne rechts für Musik und Geräusche, Mitte für Sprache und der Sorround- oder Effektkanal. Technisch muss der Ton um auf den Film kopiert werden zu können mit einem Encoder von vier auf zwei Kanälen reduziert werden, den dann ein Decoder im Kino wieder auf vier Kanäle aufteilt.

Dolby SR    
Dolby SR [Spectral Recording] ist die Weiterentwicklung von Dolby Stereo und wurde im Jahr 1987 eingeführt. Dolby SR ist eine erweiterte Rauschunterdrückung durch die man eine höhere Dynamik [Dynamik ist das Verhältnis vom leisesten bis zum lautesten Ton] und einen erweiterten Frequenzbereich erhält.
Dolby Digital    
Ein komplett neues Verfahren präsentierte Dolby dann 1992 mit Dolby Digital oder auch Dolby SR-D. Neben der analogen Lichttonspur wurden jetzt digitale Toninformationen mit auf den Film kopiert. Diese befinden sich zwischen den Perforationslöchern, auf den sogenannten Stegen. Die wesentliche Neuerung war nun, dass es neben den drei vorderen Kanälen zwei Surround-Kanäle für links und rechts und einen zusätzlichen Subwooferkanal gab. Im Vergleich zu Dolby Stereo oder Dolby SR hat man nun auch auf allen Kanälen den vollen Frequenzumfang.
dts    
Eine andere Idee digitalen Ton ins Kino zu bringen kam 1993 mit DTS [Digital Theater Sound] auf den Markt. Hier kommt der 6-Kanal-Ton [vorne links, vorne mitte, vorne rechts, Sourround links, Surround rechts, Subwoofer] von 1 bis 2 DTS CDs, welche in ein speziellen CD-Player eingelegt werden müssen. Eine auf dem Filmstreifen aufgebrachte spezielle Synchronisationsspur, ein sogenannter Time-Code, sorgt dafür, dass der Ton synchron zum Bild läuft.
SDDS    
Und auch Sony brachte ein digitales Tonsystem auf den Markt: SDDS [Sony Dynamic Digital Systems]. Der wesentliche Unterschied zu Dolby Digital und DTS ist die Tatsache, dass bei SDDS nicht nur sechs, sondern acht Tonkanäle zur Verfügung stehen. Zusätzlich zu den Kanälen vorne rechts, vorne mitte, vorne links, Surround links, Surround rechts und dem Subwoofer-Kanal gibt es nun noch halb-links und halb-rechts. Die Toninformation ist ähnlich wie bei Dolby Digital auf den Filmstreifen kopiert, jeweils am äußeren Rand, links und rechts.
Dolby Digital EX    
Dolby Digital EX ist die neueste Entwicklung aus dem Hause Dolby. EX erweitert den digitalen Filmsound [vorne links, vorne mitte, vorne rechts, Surround links, Surround rechts, Subwoofer] um einen dritten Surroundkanal. Das bedeutet, dass Effekte nun hinter den Zuhörern plaziert werden können, dies ermöglicht neue 360° Effekte. Dieser hintere Sourroundkanal erlaubt auch realistischere Übergänge von vorne nach hinten und umgekehrt.
dts ES    
DTS ES [Extended Surround] ist die Weiterentwicklung von DTS. Auch hier gibt es einen dritten Surroundkanal zusätzlich zu den normalen Kanälen vorne links, vorne mitte, vorne rechts, Surround links, Surround rechts und Subwoofer. Der Effekt ist der gleiche wie bei Dolby Digital EX.